Projekt „Holocaust“

Ein Tag mit Eva Weyl

…Die Zeit früher gegen heute

Am 28.01.2015 hat der zehnte Jahrgang unserer Schule ein Tag mit Eva Weyl verbracht. „Wie die Menschheit schlagartig Leben verändert“, dies waren die Worte von Eva Weyl. Ihre engste Familie überlebte mit ihr zusammen das Konzentrationslager, worüber Sie uns berichtete. Wir haben ein paar Gedanken und Eindrücke des Tages gesammelt und zusammengefasst.

Nachdem heutigen Tag sehen wir die Vergangenheit mit einem anderen Blickwinkel. Es ist sehr bewegend einem Menschen zu zuhören der diese Tragödie selbst miterlebt hat. Wir konnten besser nachvollziehen wie sich das Leben der jüdischen Menschen zu der Zeit verändert hat und welches Leid sie ertragen mussten. Außerdem uns hat es berührt, dass Menschen so behandelt wurde und zu lange weggeschaut haben. Vorher war einem das Leid nicht so bewusst, doch Frau Weyl hat es und verständlich gemacht.

Jana Kempkens

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Ein Tag gegen das Vergessen

…wie die Menschheit schlagartig Leben verändert.

Gökhan Colakkeskin, 10c

GELDERN (RsAdF). Am 28.01.2015 besuchen die SchülerInnen der zehnten Klasse unserer Schule Eva Weyl – eine Holocaust überlebende Jüdin – im Pfarrsaal der Maria-Magdalena-Kirche. Frau Weyl hält einen interessanten, lehrreichen Vortrag über den harten Kampf ihres früheren Lebens und die Flucht vor der Vernichtungsmaschinerie der Nazis.

Familie Weyl lebt in Kleve, wo sie im Besitz einer Villa und eines großen Kaufhauses sind, und führen ein recht „deutsch“ geprägtes, kaum religiöses Leben. Zur Zeit der Holocaust suchen sie Schutz in den Niederlanden, in welchen sie jedoch erwischt werden und in das niederländische Übergangslager Westerbork eingeliefert werden. Von diesem Tag an ändert sich das Leben dieser Menschen schlagartig – unglaubliche drei Male entkommt Eva W. (samt Mutter und Vater) dem Tod.

Dies ist eine kurze Zusammenfassung des Vortrags, bei dem sie sich mit den Worten „Vergessen heißt Verraten!“ ans Herz gelegt hat, uns zu erinnern, wie schlimm diese Zeit war, und wir sie nie vergessen dürfen. Dabei macht sie den Schülern keine Vorwürfe, deren Eltern ebenfalls nicht, bei deren Großeltern wird es fragwürdig – man soll mit ihnen über diese Zeit reden.

Die SchülerInnen haben einige Gefühle und Gedanken verfasst:

• „Ganz selten hat man so viele Gefühle, dass man sie nicht zu Papier bringen kann. Meine Gedanken sind massig, wechselbar und definitiv nicht in Worte zu fassen.“ -Sarah Brake, 10d

„Mich macht es traurig, dass Menschen so behandelt werden konnten und so lange weggeschaut wurde. Dank Eva Weyl sehe ich es mit anderen Augen, als dass es im Geschichtsunterricht vermittelt wird.“ -Tom Driessen, 10c

„Es war spannend, dass eine Bombe auch etwas Gutes für die Opfer haben konnte. Wie in diesem Falle, dass der Zug gestoppt wurde, der Weyl ‚zum Tode‘ fahren sollte.“ -Simon Stüttelberg, 10c

„Eva Weyl sprach am Ende ihres Vortrags die sehr einprägsamen Worte: ‚Ihr könnt nichts dafür, eure Eltern auch nicht.‘. Aber man darf dies niemals vergessen, damit so etwas nie wieder passiert.“ –Noah Valentin, 10d

  „Keiner kann sagen, dass er mitfühlen kann – man kann das nicht. Man muss dabei gewesen sein!“ -Eva Weyl

Es ist tatsächlich so. Keiner kennt zum Beispiel meine Vergangenheit so ausführlich wie sie kenne. Wenn ich von ihr erzähle, denkt man, man könne ein Stück weit mitfühlen. Doch dieses Mitgefühl ist eher ein Bemitleiden, was oft miteinander verwechselt wird. Es ist einfach so – man kann halt nicht mitfühlen, wenn zum Beispiel jemand mit einem Stein beworfen wird. Ja, es ist vorstellbar, dass es weh tut, aber gerade den Schmerz spüren – das geht nicht! Ich möchte damit auch deuten, dass ich selbst negative Erfahrungen sammeln musste und auch auf Grund meines Migrationshintergrundes benachteiligt wurde.

Doch was soll man tun? Dann kann man nur noch auf diejenigen zählen, die für einen da sind – egal woher man kommt, wie man lebt oder wie man denkt! Damit möchte ich nicht sagen, dass alle rassistisch oder intolerant sind. Im Gegenteil: Die Anzahl der Personen mit einer hohen Akzeptanz und Toleranz überwiegt in meinem Umfeld deutlich, und dies weiß ich sehr zu schätzen.

Die LehrerInnen und SchülerInnen danken E. Weyl für diese ehrenamtliche Arbeit ♥-lichst!

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                   Die beteiligten Lehrer zusammen mit Frau Weyl!

Ein Tag gegen das Vergessen

Am 28.1.2015 besuchte die Holocaust-Überlebende Eva Weyl unsere Schule. Im Pfarrsaal der St. Maria Magdalena Kirche hielt sie vor den 10er Klassen einen sehr spannenden und auch erschreckenden Vortrag.

Eva Weyls Wurzeln liegen in Kleve. Von dort aus begann die Flucht vor der Vernichtungsmaschinerie der Nazis. Ihre Familie suchte in den Niederlanden Schutz und fand diesen dort für einige Zeit. Eines Tages bekam die junge Eva Weyl gesagt, das sie aus ihrem schönen Haus ausziehen würden. Eva fragte nicht wirklich warum sie denn umziehen würden und fand den Umzug eher spannend. Ihr Ziel war das Flüchtlingslager Westerbork.

Dieses Lager wurde von der niederländischen Regierung gebaut und geplant. Als die deutschen am 10.5.1940 die Niederlanden überfielen war das Lager im Besitz der Nazis. Diese entschlossen sich später das Lager als Zwischenlager zu nutzen. Westerbork war ein Sammellager von dem aus jede Woche ein Zug Richtung Osten fuhr, in die Vernichtungslager, wie Auschwitz oder Bergen-Belsen. Von den Nazis wurde es offiziell Judendurchgangslager Westerbork genannt.

Im Lager angekommen wurde der Vater von seiner Familie getrennt und arbeitete als Bauer im Lager. Im Lager gab es eine Schule, ein Krankenhaus und ein Waisenhaus. Als die Nazis das Lager als Sammellager der Juden aus den Niederlanden benutzten, wurde Eva`s Vater damit beauftragt in der Verwaltung des Lagers zu arbeiten, da er deutsch und niederländisch sprach. Er war nicht der einzige Insasse der in der Verwaltung des Lagers arbeitete, da das Lager mitlerweile so voll war, dass die Nazis Personalmangel hatten.  Er bearbeitete die Anträge der Gefangenen. Er bestimmte auch mit darüber wer in den Osten fahren musste und wer nicht. Für einige wurde er damit zu einem Helden für andere wiederum wurde er zum Verräter des eigenen Volkes. Da er mit diesem Druck nicht mehr Leben wollte, wollte er freiwillig in den Osten fahren. Ein Barackennachbar konnte ihn jedoch überreden in Westerbork zu bleiben.

Durch diese Veränderung veränderte sich auch das Leben der gesamten Familie. Die Familie zog in eine der ursprünglichen Baracken. Sie hatten dort ihre eigene Toilette, ein eigenes Waschbecken und eine Heizung. Eines Tages flogen britische Bomber Angriffe auf deutsches Gebiet. Da, wegen der Heizung, mitten im Lager ein hoher Schornstein stand schossen die Jäger auf das Lager, dass sie für eine Fabrik hielten. Bei diesem Angriff wurden einige Lagerinsassen getötet, doch für die Weyl´s war dies ein glücklicher Zufall, denn sie standen auf der Liste für den nächsten Zug nach Auschwitz. Diese wurde jedoch wegen dem Chaos des Angriffes zerrissen und somit rettete dieser Angriff der Familie das Leben.

Der 12.4.1945 ist bis heute einer der wichtigsten Tage im Leben von Eva Weyl. An diesem Tag wurde das Lager Westerbork von kanadischen Soldaten befreit und die Familie Weyl hatte den Holocaust überlebt. Ihr Vater machte wieder ein Textilgeschäft auf. Dieses eröffnete er jedoch in den Niederlanden. ,, Er traute den deutschen seiner Generation nicht„. Er schloss Freundschaften mit den älteren der jüngeren Generation, da er bei ihnen sicher sein konnte, das sie keine Nazis waren.

Im Lager Westerbork waren zum Teil über 15000 Juden. Ungefähr 100 mal fuhr ein Zug mit Juden aus dem KZ Westerbork  in das Vernichtungslager Auschwitz. Insgesamt wurden 100000 Juden Abtransportiert und ca. 245 Sinti und Roma. Von ihnen überlebten gerade einmal 5000 diese Vernichtungsmaschinerie.

Eva Weyl sprach am Ende ihres Vortrags die sehr einprägsamen Worte: ,,Ihr könnt nichts dafür, eure Eltern und Großeltern auch nicht, aber ihr dürft dies niemals vergessen, damit so etwas nie wieder passiert!´´

Noah Valentin

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Tage die das Leben veränderten

GELDERN: 6.Februar 2015. Ich berichte über den Tag am 28..01.2015 als die Schüler der 10. Klasse am Projekt Auschwitz in der St. Maria Magdalena Kirche teilgenommen haben.

Eine kurze Zusammenfassung von den Vortrag von Eva Weyl:

Erzähl doch mal von früher. Wenn man diesen Satz hört denkt man natürlich direkt an die Vergangenheit. Wenn man seine Oma oder seinen Opa fragt was denn früher im Krieg passiert ist. Meistens können uns unsere Großeltern, die zumeist deutsch sind, nicht viel sagen über die Gefangenschaft der Juden. Wie sie sich gefühlt haben und welche Lebensbedingungen sie in den KZ’s hatten. Eva Weyl konnte uns mehr erzählen, denn sie ist eine Überlebende des Holocoust. Sie erzählte, dass alles nur ein Schein war. Die ganzen KZ’s und Arbeitslager, jeder hatte Arbeit, jeder hatte ein Wohngebäude, sie konnten ins Krankenhaus wenn sie krank waren, konnten Kinder gebären und die älteren Kinder hatten einen Spielplatz. Auch die Männer liefen in Anzügen herum. DAS WURDE DER AUSSENWELT GEZEIGT ! Dabei war es gar nicht so. Die Wohngebäude waren überfüllt, sie hatten nicht genug Nahrung und viele Juden wurden in den Osten deportiert in das KZ in Auschwitz. Sie wurden alle ermordet, im Namen Hitlers. Eva Weyl hatte Glück, dass sie einen Vater hatte mit vielen Kontakten und einen guten ruf. Durch ihn überlebte sie dreimal und konnte den Tod entfliehen. Sie hatte Glück, was Millionen von Menschen nicht hatten. Sie ließen ihr Leben in den Lagern.

Die Schüler und Schülerinnen der Klasse 10 gaben uns ein kurzes Feedback über den Tag mit Frau Eva Weyl. Sie schrieben, dass man diesen Tag auf gar keinen Fall vergessen sollte, da es ein Verbrechen an unschuldige Menschen war. Es hat sie sehr berührt und es erschreckt sie sehr, wie heftig die Menschenrechte verletzt wurden. Sie finden es bewundernswert, wie Frau Weyl so offen von ihrer Vergangenheit erzählen konnten und, dass wir froh sein  können, dass wir diese Zeiten nicht  miterleben mussten.

Ebenfalls beschreiben viele, dass sie sich erschrocken haben über die vielen grausamen Bildern von abgemagerten und toten Menschen.

Zusammengefasst war der Tag sehr informativ und Lehrreich.