„Nie wieder Auschwitz!“

Schüler des Lise Meitner Gymnasiums und der Realschule An der Fleuth treffen Eva Weyl, Überlebende des KZ Westerbork

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Wenn 100 Jugendliche im Alter von 16 Jahren und älter, 100 Schüler der Realschule An der Fleuth und des Lise Meitner Gymnasiums in einem Raum gebannt nach vorne schauen, dann muss etwas Besonderes dort stattfinden.

Es herrscht absolute Ruhe, kein nervöses Rascheln, kein Tuscheln zwischen den Jugendlichen. Alle Blicke gehen nach vorne, denn dort steht die 77 Jährige Eva Weyl, die als eine der wenigen niederländischen Juden den Holocaust überlebte und die ihre Geschichte erzählt.

Sie berichtete, unterstützt von persönlichen Fotos, von ihrem ehemaligen Zuhause in Kleve, den Eltern und Großeltern, der frühen Emigration nach Holland. Als sie 5 Jahre alt war begann der 2. Weltkrieg. Im Mai 1940 besetzte die deutsche Wehrmacht die Niederlande. Im Sammellager Westerbork wurden holländische Juden deportiert. Dort wurde nach den Beschlüssen der Wannsee- Konferenz, der Endlösung der Judenfrage, einmal pro Woche eine Liste mit ca. 1000 Insassen des Lagers zusammengestellt, die anschließend mit einem Zug in die Vernichtungslager nach Auschwitz oder Sobibor transportiert wurden. Auch Anne Frank und Leni Valk standen auf diesen Listen. Im April 1945 wurde das Lager von kanadischen Soldaten befreit. Eva Weyl überlebte.

Nach ihrer Geschichte ist die Betroffenheit deutlich zu spüren. Aber vor allem der Mut und die Offenheit, mit der Frau Weyl ihre Erfahrungen mitteilte, wecken Bewunderung. Ein Stück deutscher Geschichte wurde durch diese Zeitzeugin erfahrbar und wird damit zur bleibenden Erinnerung bei den Schülern.

Nie wieder Auschwitz“, so schloss Frau Weyl den Schülern zugewandt, das sei die Verantwortung der jungen Menschen in der heutigen Welt.

Was für eine Powerfrau“, kommentierte nach den zwei Stunden ein Schüler der Realschule treffend den von viel persönlichem Engagement geprägten Auftritt von Frau Weyl, die sich an vielen Schulen gegen das Vergessen und für eine demokratische Gesellschaft frei von rechtsradikalen Tendenzen einsetzt.

 

Eine sinnvolle und gute Kooperation der beteiligten Kollegen der Realschule An der Fleuth und des Lise-Meitner-Gymnasiums hat dieses beeindruckende Erlebnis möglich gemacht.

 

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