Ein Tag gegen das Vergessen

Am 28.1.2015 besuchte die Holocaust überlebende Eva Weyl unsere Schule. Im Pfarrsaal der St. Maria Magdalena Kirche hielt sie vor den 10er Klassen einen sehr spannenden und auch erschreckenden Vortrag.

Eva Weyls Wurzeln liegen in Kleve. Von dort aus begann die Flucht vor der Vernichtungsmaschinerie der Nazis. Ihre Familie suchte in den Niederlanden Schutz und fand diesen dort für einige Zeit. Eines Tages bekam die junge Eva Weyl gesagt, das sie aus ihrem schönen Haus ausziehen würden. Eva fragte nicht wirklich warum sie denn umziehen würden und fand den Umzug eher spannend. Ihr Ziel war das Flüchtlingslager Westerbork.

Dieses Lager wurde von der niederländischen Regierung gebaut und geplant. Als die deutschen am 10.5.1940 die Niederlanden überfielen war das Lager im Besitz der Nazis. Diese entschlossen sich später das Lager als Zwischenlager zu nutzen. Westerbork war ein Sammellager von dem aus jede Woche ein Zug Richtung Osten fuhr, in die Vernichtungslager, wie Auschwitz oder Bergen-Belsen. Von den Nazis wurde es offiziell Judendurchgangslager Westerbork genannt.

Im Lager angekommen wurde der Vater von seiner Familie getrennt und arbeitete als Bauer im Lager. Im Lager gab es eine Schule, ein Krankenhaus und ein Waisenhaus. Als die Nazis das Lager als Sammellager der Juden aus den Niederlanden benutzten, wurde Eva`s Vater damit beauftragt in der Verwaltung des Lagers zu arbeiten, da er deutsch und niederländisch sprach. Er war nicht der einzige Insasse der in der Verwaltung des Lagers arbeitete, da das Lager mitlerweile so voll war, dass die Nazis Personalmangel hatten.  Er bearbeitete die Anträge der Gefangenen. Er bestimmte auch mit darüber wer in den Osten fahren musste und wer nicht. Für einige wurde er damit zu einem Helden für andere wiederum wurde er zum Verräter des eigenen Volkes. Da er mit diesem Druck nicht mehr Leben wollte, wollte er freiwillig in den Osten fahren. Ein Barackennachbar konnte ihn jedoch überreden in Westerbork zu bleiben.

Durch diese Veränderung veränderte sich auch das Leben der gesamten Familie. Die Familie zog in eine der ursprünglichen Baracken. Sie hatten dort ihre eigene Toilette, ein eigenes Waschbecken und eine Heizung. Eines Tages flogen britische Bomber Angriffe auf deutsches Gebiet. Da, wegen der Heizung, mitten im Lager ein hoher Schornstein stand schossen die Jäger auf das Lager, dass sie für eine Fabrik hielten. Bei diesem Angriff wurden einige Lagerinsassen getötet, doch für die Weyl´s war dies ein glücklicher Zufall, denn sie standen auf der Liste für den nächsten Zug nach Auschwitz. Diese wurde jedoch wegen dem Chaos des Angriffes zerrissen und somit rettete dieser Angriff der Familie das Leben.

Der 12.4.1945 ist bis heute einer der wichtigsten Tage im Leben von Eva Weyl. An diesem Tag wurde das Lager Westerbork von kanadischen Soldaten befreit und die Familie Weyl hatte den Holocaust überlebt. Ihr Vater machte wieder ein Textilgeschäft auf. Dieses eröffnete er jedoch in den Niederlanden. ,, Er traute den deutschen seiner Generation nicht„. Er schloss Freundschaften mit den älteren der jüngeren Generation, da er bei ihnen sicher sein konnte, das sie keine Nazis waren.

Im Lager Westerbork waren zum Teil über 15000 Juden. Ungefähr 100 mal fuhr ein Zug mit Juden aus dem KZ Westerbork  in das Vernichtungslager Auschwitz. Insgesamt wurden 100000 Juden Abtransportiert und ca. 245 Sinti und Roma. Von ihnen überlebten gerade einmal 5000 diese Vernichtungsmaschinerie.

Eva Weyl sprach am Ende ihres Vortrags die sehr einprägsamen Worte: ,,Ihr könnt nichts dafür, eure Eltern und Großeltern auch nicht, aber ihr dürft dies niemals vergessen, damit so etwas nie wieder passiert!´´

Noah Valentin