Übung macht den Meister……

….. haben sich 20 TeilnehmerInnen im Jahrgang 10 der Realschule An der Fleuth gedacht, als sie sich zum Projekt „Auswahlverfahren“ anmeldeten. Aufgrund des großen Interesses wurden am 07.02. und am 21.02. zwei Termine angeboten. Dieser Projekttag ist ein Angebot der Berufswahlorientierung im Rahmen der Lernpartnerschaft mit der Fa. Schaffrathmedien. Viele SchülerInnen möchten im Anschluss an den Abschluss eine Ausbildung beginnen und befinden sich in der Bewerbungsphase.
Wer auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, ist auf die Zielgerade eingebogen. Verständlich, dass man dann einen guten Eindruck machen möchte, schließlich bedeutet Bewerbung auch immer Werbung in eigener Sache. Doch wie bereitet man sich optimal auf ein Auswahlverfahren vor? Auf welche Fragen muss sich ein Bewerber in einem Vorstellungsgespräch einstellen? Eine gute Vorbereitung hilft in jedem Falle, die eigene Nervosität zu beherrschen und einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Im Konferenzraum der Fa. Schaffrathmedien stellten sich die Teilnehmerinnen unter der Leitung von Frau Schoofs (Personalabteilung) den Herausforderungen eines Vorstellungsgesprächs und typischen Assessment-Center Übungen.


Ob Medizinische Fachangestellte, Sozialversicherungsfachangestellte, Fachinformatiker, Industriekauffrau, Immobilienkauffrau, Bürokauffrau, Verwaltungsfachangestellter oder Gärtner im Bereich Gemüsebau, alle Teilnehmerinnen hatten sich über ihren Traumberuf gut informiert und konnten auf Erfahrungen aus dem Schülerbetriebspraktikum, ihrer Mitarbeit im elterlichen Betrieb oder den Inhalten des Politikunterrichtes zurückgreifen, so dass die Vorstellungsgespräche diese Bezeichnung auch verdienten und nicht zu einem Frage und Antwortspiel wurden. Die Bewerber zeigten sich sehr motiviert und wollten sich auch nicht durch Schicht- und Wochenenddienst von ihrem Traumberuf abbringen lassen.
Alle SchülerInnen erhielten individuelle Rückmeldungen durch Frau Schoofs und wichtige Tipps zur Anfertigung ihrer Bewerbungsunterlagen bzw. zur positiven Darstellung und Argumentation im Bewerbungsgespräch als auch zu anschließenden Fragen rund um die Aus- und Weiterbildung, die man gut vorbereiten kann.

Lediglich 15 Minuten umfasste der Zeitrahmen für das nachfolgende Partnerinterview, bei dem sich klassenfremde SchülerInnen gegenüber saßen und möglichst viele berufsbezogene Informationen (z.B. Gründe für den Berufswunsch, erforderliche Soft-Skills, berufliche Ziele….) erfragen mussten. Kommunikationsfähigkeit und Kontaktstärke waren bei dieser Übung die bestimmenden Soft-Skills.

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In der nachfolgenden Gruppendiskussion galt es am 7.02. den ersten Ausbildungstag der neuen Auszubildenden zu organisieren, um ihnen den Einstieg in das Unternehmen zu erleichtern und sie mit allen Mitarbeitern bekannt zu machen. Ein Diskussionsleiter kristallisierte sich schnell heraus. Auch wurde die Aufgabenverteilung bei der Dokumentation – diejenige mit der schönsten Schrift wurde umgehend für die Verschriftlichung der Ergebnisse ausgesucht – und Präsentation schnell festgelegt. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl, nahm die Diskussion erst langsam Fahrt auf. Auch zeigte sich, dass Arbeitsaufträge sorgfältig gelesen werden müssen, um zu einem befriedigenden Ergebnis zu gelangen. Nach diesen ersten Startschwierigkeiten zeigte sich, dass unterschiedliche Persönlichkeiten zielführend zusammenarbeiten können. Egal, ob es sich bei den TeilnehmerInnen eher um introvertierte, extrovertierte, planerisch denkende oder soziale Charaktere handelte, wurde jeder zu seiner Meinung befragt und angehört.


Bei der sich anschließenden Postkorbübung handelt es sich um eine typische Aufgabenstellung im Assessment-Center bei der, Stressresistenz, Lösungskompetenz, analytisches Denken, Konzentrationsfähigkeit und Entscheidungsfreude getestet werden. In nur 15 Minuten musste eine Schulwoche mit Vorbereitungen auf die Mathearbeit und den Vokabeltest, Übungseinheiten für die ZAPs, Arbeitstreffen und fristgerechte Anfertigung von Bewerbungsunterlagen mit privaten Pflichten und Vergnügungen koordiniert werden. Dabei ließen sich „Häppchen-Lerner“ von „Abendmarathon-Lernern“ unterscheiden. Doch unabhängig von den unterschiedlichen Prioritäten, um die ZAPs in diesem Jahrgang muss man sich keine Sorgen machen. Zu einem ehrlichen Feedback gehört jedoch auch, dass nicht jeder 15 Stunden in der Woche für das Lernen aufwenden würde.

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Den Abschluss bildete eine Einzelpräsentation. Die SchülerInnen hatten zu diesem Zweck einen Lieblingsgegenstand mitgebracht, der auf einer Messe vorgestellt werden sollte. Ein passender Werbeslogan und überzeugende Argumente mussten gefunden werden, um mögliche Kunden zu überzeugen. Kopfhörer, Ketten, Armbänder und Glücksbringer, Fußbälle und ein Trikot, sowie ein Boxhandschuh wurden unter viel Gelächter dargeboten.

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Die abschließende Feedback-Runde verdeutlichte, dass dieser Projekttag eine gute Übung zur Vorbereitung auf ein Bewerbungsverfahren ist, egal, ob man sich für das kommenden Ausbildungsjahr bewirbt oder zunächst eine weiterführende Schule besucht.

Susanne Schmidt

Einen runden Geburtstag…

….feierte die Lernpartnerschaft zwischen der Realschule An der Fleuth und L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG DruckMedien. Am 18. April 2008 wurde diese Kooperation im Forum der Realschule im Rahmen einer feierlichen Zeremonie unterzeichnet.

             

Die damalige Geschäftsführerin Frau Gisela Grunau wünschte sich durch diese Lernpartnerschaft einen frühzeitigen Kontakt zu potenziellen und motivierten Auszubildenden. „Gute Kandidaten für die Lehre zum Industriekaufmann/-frau oder für die Ausbildung zum Informatikkaufmann/-frau, zum Mediengestalter/-in, Drucker/-in oder Buchbinder/-in zu finden, ist immer noch problematisch.“ Auch wenn mittlerweile aus dem Drucker der Medientechnologe Druck und aus dem Buchbinder der Medientechnologe Druckverarbeitung geworden ist und anstelle des Industriekaufmanns zum Kaufmann/-frau für Büromanagement ausgebildet wird, bleibt die Suche nach geeigneten Auszubildenden immer noch stellenweise eine Herausforderung ist. Was liegt da näher, als im Rahmen verschiedener Projekte SchülerInnen für das Unternehmen zu interessieren.

Vom Zeitungsprojekt im Deutschunterricht in Klasse 8 in die Praxis im Rahmen einer Betriebsführung. Der eindrucksvolle Rundgang durch die Druckerei beginnt mit dem Bogenoffsetdruck, bei dem Magazine und Kataloge gedruckt werden. Dabei wird das Papier als Einzelbogen mittels eines Greifersystems durch die Maschine geführt.

In der nächsten Halle beeindruckt der Rollenoffsetdruck durch seine Massenproduktion. Hier werden Auflagen bis zu mehreren Millionen Exemplaren hergestellt. Das Papierlager mit seinen ca. 4.000 t Papierrollen, von denen eine Rolle 800 bis 1.500 kg wiegen kann, ist immer wieder ein Erlebnis.

Für die Berufsfelderkundungen in Klasse 8 wurden in diesem Jahr am 19.04.2018 Plätze für 8 SchülerInnen angeboten. Zusammen mit einigen Auszubildenden erhalten die TeilnehmerInnen einen praxisorientierten Einblick in die Tätigkeiten des Medientechnologen Druck. Dabei wurden sie vor die kniffelige Aufgabe gestellt, aus den zur Verfügung gestellten Grundfarben einen vorgegebenen Farbton mithilfe der Finger anzumischen. Diese Ergebnisse waren recht unterschiedlich, aber in jedem Falle bunt. Auch haben die interessierten SchülerInnen die Gelegenheit, Auszubildende auf Augenhöhe zu den Sonnen- und Schattenseiten des Berufs zu befragen.

Immer wieder nutzen SchülerInnen der Klasse 9, teilweise nach den ersten Erfahrungen aus der Berufsfelderkundung, die Möglichkeit ein Schülerbetriebspraktikum als Medientechnologe Druck zu absolvieren. Angeleitet durch Herrn Susen (Ausbilder) erhalten die TeilnehmerInnen Einblicke in die Anforderungen des 1. Ausbildungsjahres.

Im Fach Deutsch und Politik werden die SchülerInnen der Jahrgangsstufe 9 intensiv auf das Erstellen individueller Bewerbungsunterlagen vorbereitet. Doch wie wirken Anschreiben, Lebenslauf und die ASO-Noten auf dem Zeugnis auf ein Unternehmen? Zu diesem Punkt nimmt in jedem Jahr Frau Schoofs aus der Personalabteilung im Projekt „Bewerbung aus Sicht eines Unternehmens“ eindrucksvoll Stellung.
Nachdem die SchülerInnen in kleinen Gruppen „gefakte“ Bewerbungsunterlagen gesichtet und nach möglichen Fehlern und Ungereimtheiten untersucht haben, ist jedes Mal das Erstaunen groß, wie eine 4 in den ASO-Noten auf die Bewerberauswahl wirkt. Neben fehlerfreien Bewerbungsunterlagen, die die Berufswahl und die Motivation des Bewerbers überzeugend darlegen, sind es eben diese guten Bewertungen im Arbeits- und Sozialverhalten, die von Seiten der Personalabteilung vorausgesetzt werden. Für manche SchülerInnen ist diese Stunde ein Aha-Erlebnis.

Ebenfalls in Klasse 9 können je zwei SchülerInnen aus den Physikkursen die Möglichkeit beim Projekt „Farbenmischen“ einen praxisnahen Einblick in die Farbenlehre zu erleben. Ihre Eindrücke werden anschließend im Unterricht präsentiert.

Wenn es Anfang Klasse 10 für die SchülerInnen ernst wird, bildet das eintägige Projekt „Auswahlverfahren“ eine praxisorientierte Hilfe. Im Rahmen eines Assessment-Centers erhalten zwei SchülerInnen jeder 10er Klasse die Möglichkeit an einem Bewerbungsgespräch mit nachfolgendem Gruppenauswahlverfahren teilzunehmen. Die zahlreichen Tipps zu den Bewerbungsunterlagen und dem Auftreten, als auch die vielfältigen Aufgabenstellungen im Assessment-Center bieten eine gute Vorbereitung auf den Ernstfall und werden von den TeilnehmerInnen immer als Bereicherung empfunden.

Auch für den Informatikkurs in Klasse 10 findet sich ein interessantes Projekt. Vorbereitet und begleitet durch Herrn Hermsen (Projektmanagement, Organisation, Datenschutz), wird die vielfältige Art und Weise der Verarbeitung von Prozessdaten in einem Unternehmen aufgezeigt. Schwerpunktmäßig werden die produktionsnahen, geschlossenen Informations- und Prozessketten erklärt. Von der Echtzeit-Visualisierung, mit der man Abweichungen zum geplanten Ablauf erkennen und darauf reagieren kann, bis hin zur detaillierten Informationszusammenstellung für die Auftragsabrechnung und für das Controlling, werden die Prozessketten erläutert.

Susanne Schmidt

Genau mein Fall!

Das war zumindest die Meinung der TeilnehmerInnen am zweiten Projekt zum Thema „Der Polizeiberuf im Rahmen der inneren Sicherheit“. Im Verlauf einer 4-stündigen, intensiven Projektarbeit, erhielten 15 SchülerInnen der Jahrgangsstufe10 durch Polizeihauptkommissar R. Reusch von der Kreispolizei Kleve, nicht nur einen tieferen Einblick in die Aufgaben und Einsatzmöglichkeiten der Polizei, sondern bekamen durch handlungsorientierte Übungen eine Vorstellung von den Grundlagen zielführender Teamarbeit.

Zum Auftakt galt es Namensschilder für alle Mitschüler innerhalb von 2 Minuten anzufertigen. Dabei durfte jedoch niemand seinen eigenen Namen schreiben. Infolgedessen musste vorab die Materialverteilung (Klebeband, Edding) und die Zuordnung der Personen gut organisiert werden. Das geht nur im Team, erfordert eine klare Arbeitsteilung bei der eindeutige Absprachen getroffen werden müssen. Die benötigte Zeit von 3.17 Minuten war auf mangelnde Koordination zurückzuführen und stark verbesserungswürdig.

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Bei der folgenden Aufgabe musste ein Ball weitergegeben werden, wobei jedes Teammitglied nur einmal Ballkontakt haben durfte. Die vorsichtige Schätzung des Zeitrahmens von 1 Minute wurde mit den benötigten 12 Sekunden im ersten Durchgang deutlich unterboten, war aber noch steigerungsfähig. Eine wichtige Erkenntnis dieser einfachen Übung: Rahmenbedingungen dürfen verändert werden – probieren geht über studieren. Eine Anpassung an die jeweilige Situation ist oftmals erforderlich, will man gemeinsam ein Ziel erreichen. Im Alltag polizeilicher Arbeit ist Teamarbeit unabdingbar und muss immer wieder situationsspezifisch gestaltet sein. Alle SchülerInnen waren begeistert von ihrem Erfolg und stellten fest, dass Teamarbeit richtig Spaß machen kann. Doch Teamarbeit bedeutet auch, dass jeder Einzelne zugeben darf, dass er etwas nicht kann.

Absprachen treffen, ohne zu sprechen – wie soll das gehen? Alle TeilnehmerInnen mussten sich in alphabetischer Reihenfolge ihrer Nachnamen in einer Reihe aufstellen. Nicht reden dürfen, ist per se für viele SchülerInnen die Höchststrafe, aber zum Glück gibt es ja die Zeichensprache. Doch das Alphabet sollte man dabei schon beherrschen! Fazit dieser Übung: Verantwortlich bei der Bewältigung einer Teamaufgabe ist immer die gesamte Gruppe!

Im nachfolgenden Planspiel zur inneren Sicherheit, mussten die Aufgaben der Polizei und die ihr zur Verfügung stehenden Einsatzmittel herausgearbeitet werden, die erforderlich sind, um die Sicherheit einer mittleren Stadt von ca. 90.000 Einwohnern zu gewährleisten. Wo ist der optimale Standort einer Polizeiwache, wenn man die verkehrstechnischen Besonderheiten (z.B. Autobahnanbindung, Schnellstraßen…) und Problemviertel (Bereiche mit hohen Kriminalitätsraten, Drogenmilieus, Vergnügungs- und Universitätsviertel) berücksichtigen muss?

Der Zeitrahmen von 40 Minuten war für diese Teamaufgabe „sportlich“ knapp bemessen. Am Ende mussten alle Aufgaben erledigt sein und von allen TeilnehmerInnen präsentiert werden. Nach einer ersten Orientierung auf dem ausgelegten Stadtplan, mussten Entscheidungen abgewogen und getroffen werden.

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Die Mädchen, die in dieser Gruppe in der Unterzahl waren, zeichneten sich hier durch eine intensive Arbeit im Hintergrund aus, deren Ergebnis sie gut und begründet darlegen konnten. Auch wenn bei der abschließenden Präsentation sehr rasch deutlich wurde, wer bei der Gruppenarbeit aktiv mitgewirkt hatte, lieferten beide Gruppen sehr gute Ergebnisse.

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Herr Reusch erläuterte die unterschiedlichen Aufgaben und Befugnisse von Bundes- und Landespolizei, Zoll, Kripo, SEK und GSG 9 und die Besonderheiten des polizeilichen Alltags in einem Rechtsstaat. So gilt in Deutschland bei der Strafverfolgung immer der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, damit eine Situation nicht eskaliert. An erster Stelle steht dabei die Gefahrenabwehr, dann erst die Strafverfolgung, wobei der Einsatz der Dienstwaffe allerletztes Mittel ist. Im Polizeidienst werden keine Rambos gebraucht, sondern Personen mit sozialen Kompetenzen und einem hohen Maß an Teamfähigkeit.

Voraussetzung für die Einstellung in den Polizeidienst ist in Nordrhein-Westfalen das Abitur bzw. Fachabitur. Dabei stehen zunächst nicht die Schulnoten im Vordergrund, sondern das Ergebnis des 3-tägigen Einstellungstests, der hohe Anforderungen an die BewerberInnen stellt.

Die umfangreichen Arbeitsergebnisse und zahlreichen interessierten Fragen rund um den Polizeiberuf, ließen die 4 Stunden Projektarbeit im Fluge vergehen, so dass im nächsten Jahr für dieses Projekt ein größerer Zeitrahmen angesetzt werden sollte. Die zahlreichen Informationen, die Herr Reusch humorvoll und motivierend zu vermitteln wusste, haben viele TeilnehmerInnen in ihrem Wunsch bestärkt, sich zu einem späteren Zeitpunkt für die Aufnahme in den Polizeidienst zu bewerben.

Susanne Schmidt

Bildungsangebote der Berufskollegs

SchülerInnen der Jahrgangsstufe 10 und ihre Erziehungsberechtigten hatten am 8.11.2018 die Möglichkeit sich über die vielfältigen Bildungsangebote der Berufskollegs im Umkreis der Realschule An der Fleuth zu informieren

Um den SchülerInnen eine breiter angelegte Informationsmöglichkeit zu eröffnen, war die Veranstaltung im World-Cafe-Format organisiert worden. Dabei konnte jedes Berufskolleg im Rahmen von zwei aufeinanderfolgenden Vorträgen sein Angebot darlegen. Zunächst gaben die Referenten in der Mensa allgemeine Informationen zum jeweiligen Bildungsangebot ihres Berufskollegs.

Nachfolgend konnten dann in den Klassenräumen die verschiedenen Bildungsgänge im „kleineren Kreis“ ausführlich erläutert werden. Nach einer ca. 30-minütigen Präsentation blieb noch Zeit, weitere Fragen zu stellen und zusätzliches Informationsmaterial an die Hand zu bekommen, bevor die SchülerInnen zum zweiten Vortrag wechselten. Das Berufskolleg Uerdingen hatte sogar „Ehemalige“ mitgebracht, die den SchülerInnen für Rückfragen „auf Augenhöhe“ zur Verfügung standen und ihre Begeisterung gut zum Ausdruck brachten. Das umfangreiche Angebot des Berufskollegs Geldern und das große Interesse der SchülerInnen, machte eine Teilung der Gruppe in „Technik“ und „Wirtschaft“ erforderlich, um den zahlreichen Fragen Rechnung zu tragen.

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Der heutige Nachmittag hat dazu beigetragen, sich vorab über individuelle Anschlussmöglichkeiten zu informieren. Mithilfe der zu Schuljahresbeginn ausgeteilten Terminliste, in der Angaben zu Info-Veranstaltungen, Tagen der offenen Tür, Beratungs- und Anmeldeterminen an allen weiterführenden Schulen verzeichnet waren, sind gute Voraussetzungen gegeben, nach dem Abschluss der Realschule eine zielgerichtete Anschlussperspektive zu entwickeln.

Susanne Schmidt

Die Frage nach dem Anschluss

Nach dem Abschluss der Realschule An der Fleuth stellt sich bald für die SchülerInnen der Jahrgangsstufe 10. Diese Entscheidung will wohl überlegt sein, gilt es doch eine individuelle Anschlussperspektive zu entwickeln, die den eigenen Fähigkeiten Rechnung trägt und gute Aussichten auf einen attraktiven Ausbildungs- und Arbeitsplatz ermöglicht.

Eine gute Orientierungsmöglichkeit bietet in diesem Zusammenhang das in Kooperation mit dem Berufskolleg Geldern durchgeführte Projekt der „Schnupper-Workshops“, welches im Rahmen der Initiative „Zukunft durch Innovation“ (ZdI) der Hochschule Rhein-Waal ermöglicht wird.

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Technisch interessiert SchülerInnen konnten sich im Vorfeld für die Bereiche Metall-, Holz-, Elektro- und KFZ-Technik anmelden und einen praxisorientierten Schultag im Berufskolleg erleben, der Inhalte des ersten Ausbildungsjahres thematisierte.

32 SchülerInnen ergriffen in diesem Jahr die Chance einer handlungsorientierten Berufsorientierung der besonderen Art. Ähnlich wie bei dem Projekt „Mädchen in Technik“ in Klasse 9, das ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg angeboten wird, hatten sich auch hier viele Mädchen angemeldet. Nach einer kurzen Begrüßung hieß es „Zupacken statt Zuschauen“.

Welche Anforderungen an einen zukünftigen KFZ-Mechatroniker gestellt werden, davon konnten sich die TeilnehmerInnen in der KFZ-Werkstatt einen Eindruck verschaffen. Neben der Prüfung der Bremswirkung und dem Reifenwechsel, wurde auch ein Motor in seine Einzelteile zerlegt.

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Die TeilnehmerInnen, die sich für den Workshop „Elektrotechnik“ entschieden hatten, erhielten zunächst eine kurze Einführung in die theoretischen Grundlagen. Anschließend musste mit Schraubendreher und Klemmen eine Wechselschaltung installiert werden, wie sie in jedem Haushalt zu finden ist. Physikalisches Verständnis, logisches Denken und Fingerfertigkeit waren hier wichtige Voraussetzungen.

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In der Metalltechnik galt es zunächst, sich mit dem typischen Werkzeug wie Feile, Körner etc. vertraut zu machen, bevor dann Schritt für Schritt ein Flugzeugständer hergestellt werden konnte. Hier waren Geduld und Sorgfalt gefragt.

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Der Werkstoffholz bietet vielfältige Möglichkeiten der kreativen Bearbeitung. Dies konnten die TeilnehmerInnen im Bereich Holztechnik unter Beweis stellen. Ein angefertigtes Frühstücksbrettchen musste zunächst sorgfältig geschliffen werden. Mithilfe des Brennpeters erhielten die Arbeiten eine individuelle Note, sei es durch den eigenen Namen, einer Widmung oder einem Bildchen.

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Alle Beteiligten schienen sichtlich Spaß an diesem Praxistag gehabt zu haben. Der ein oder andere Workshopteilnehmer hatte am Ende des Projektes nicht nur ein individuelles Weihnachtsgeschenk im Gepäck, sondern war auch auf dem Weg zu seinem Traumberuf weitergekommen. In diesem Sinne ist das Projekt „Schupper-Workshops am Berufskolleg“ mittlerweile ein fester Bestandteil des Berufswahlkonzeptes der Realschule An der Fleuth.

Susanne Schmidt

Berufsorientierung auf Augenhöhe

Was kommt nach dem Abschluss? Vor dieser Frage stehen die derzeit 166 SchülerInnen der Jahrgangsstufe 10 an der Realschule An der Fleuth. Eine weiterführende Schule besuchen in der Erwartung, durch einen höheren Schulabschluss seine Chancen auf dem Ausbildungsmarkt zu erhöhen oder einfach nur die eigentliche Entscheidung zur Berufswahl lieber noch ein wenig aufschieben? Oder besser eine duale Ausbildung anstreben und die vielfältigen Möglichkeiten einer anschließenden Weiterqualifizierung nutzen, um vielleicht auch den Meister zu machen und einen eigenen Betrieb zu gründen?

Um die SchülerInnen bei der Entscheidung zur Berufswahl zu unterstützen und „Lust auf Ausbildung“ zu machen, waren am 11.10.2018 die Ausbildungsbotschafter der IHK in der Realschule An der Fleuth erneut zu Gast.

Die Koordinatorin des IHK Projektes, Frau Münzberger, wurde von 10 Ausbildungs-botschafter des zweiten bzw. dritten Lehrjahres aus Unternehmen der Region begleitet.

Die jungen Azubis berichteten – auf Augenhöhe mit den SchülerInnen – über ihre Ausbildung, den Berufsalltag und mögliche Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Um möglichst vielen SchülerInnen das breite Angebot zugänglich zu machen, erfolgte die Organisation dieser Veranstaltung im World-Cafe-Format, das zwei Vortragsrunden vorsah. Im Vorfeld mussten sich alle SchülerInnen für zwei Vorträge entscheiden. Keine leichte Wahl, denn das Angebot umfasste sehr unterschiedliche Ausbildungsberufe.

Nach dem ersten ca. 30-minütigen Vortrag blieb noch genug Zeit, die zum Nachfragen genutzt werden konnte. Dann wurde zur nächsten Präsentation gewechselt. Alle Ausbildungsbotschafter vermochten es, die SchülerInnen mit ihren engagierten Vorträgen zu begeistern. Wobei neben den geschilderten Sonnen- und Schattenseiten des jeweiligen Berufes, für die SchülerInnen auch die individuellen Zugänge zur Ausbildung interessant waren. Seine Berufung zu finden, ist nicht immer ein geradliniger Weg, sondern oft das Resultat eines Entwicklungsprozesses.

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Bei manchen SchülerInnen wird sich nach dieser Veranstaltung das Interesse an einer bestimmten Ausbildung noch verstärkt haben, während andere unter Umständen eine alternative Ausbildungsperspektive gefunden haben. Welche Erkenntnisse die SchülerInnen auch gewonnen haben, die Initiative „Ausbildungsbotschafter“ wirkt mit Sicherheit nachhaltig und unterstützt das Konzept der Berufsorientierung an der Realschule An der Fleuth.

Susanne Schmidt

Berufsorientierung im Praxistest

Der derzeitige Jahrgang der Klasse 9 ist der erste, der im Rahmen des NRW-Projektes KAoA – Kein Anschluss ohne Abschluss – die Standardelemente Potenzialanlayse und Berufsfelderkundungen in Klasse 8 durchlaufen und nun das Schülerbetriebspraktikum absolviert hat.

Sechs Klassen mit insgesamt  161 SchülerInnen haben nach intensiver Vorbereitung, in der Zeit vom 23. April bis 9. Mai 2018, die betriebliche Wirklichkeit und die Anforderungen der Berufswelt mit ihren eigenen Vorstellungen vom Traumberuf und ihren Fähigkeiten vergleichen können.

Die Ergebnisse wurden in einer umfangreichen Praktikumsmappe zusammengefasst und reflektiert.

Bei vielen SchülerInnen fiel diese Bilanz positiv aus, manchen PraktikantInnen wurde sogar ein Ausbildungsplatz nach dem Abschluss der Realschule An der Fleuth im Sommer 2019 in Aussicht gestellt. Wieder andere müssen sich anderweitig orientieren, einen Plan B erproben, hier empfiehlt sich ein freiwilliges Praktikum in den Ferien. Auch unter diesem Aspekt wird die Bedeutung des Schülerbetriebspraktikums deutlich: Es ist die einzige Möglichkeit im Verlauf der Schulzeit über einen längeren Zeitraum einen intensiven realistischen Einblick in einen ausgewählten Beruf zu erhalten.

Die Erkenntnisse zu den Sonnen- und Schattenseiten des jeweiligen Berufs wurden in Form einer kleinen Ausstellung dokumentiert. Die angefertigten Plakate sollen den diesjährigen Achtklässlern, die im April ihre Berufsfelderkundungen absolviert haben, helfen eine gut durchdachte  Entscheidung für ihr Praktikum in kommenden Jahr zu treffen.

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Die Möglichkeit durch unsere Berufsberaterinnen eine zusätzlich angebotene Beratung in Anspruch zu nehmen soll den SchülerInnen eine weitere Unterstützung bieten. Von diesem Angebot haben 61 SchülerInnen Gebrauch gemacht.

Um eine koordinierte Übergangsgestaltung zu ermöglichen, werden die SchülerInnen der Jahrgangsstufe 9 im Rahmen eines Beratungsgespräches, alle bis dahin vorliegenden Erkenntnisse aus der Berufsorientierung reflektieren. Um eine realistische Anschlussperspektive zu entwickeln, ist es wichtig, konkrete weiterführende Schritte zu überlegen. Das Ergebnis dieser individuellen Beratung wird in der Anschlussvereinbarung dokumentiert.

Mit vielfältigen Angeboten der Berufsorientierung unterstützt die Realschule An der Fleuth ihre SchülerInnen bei der Entwicklung einer zielgerichteten Berufsperspektive.

 

Susanne Schmidt

Übung für den Ernstfall

Es wird ernst. Die Zeit an der Realschule An der Fleuth neigt sich für die SchülerInnen der Klasse 10 dem Ende entgegen und damit beginnt die Suche nach einem Ausbildungsplatz .

Was kann in einem Bewerbungsverfahren auf mich zukommen? Was wird dabei von mir erwartet? Wie kann ich mich darauf vorbereiteten? All diese Fragen waren Bestandteil des Projektes „Auswahlverfahren“ im Rahmen der Lernpartnerschaft mit der Fa. Schaffrathmedien, an dem je zwei SchülerInnen der Jahrgangsstufe 10 am 22. Februar 2018 teilnehmen konnten. Unter der Leitung von Frau Schoofs (Personalabteilung) durchliefen die TeilnehmerInnen, in den Räumen der Fa. Schaffrathmedien, Übungen die für ein Assessement-Center typisch sind.

Der Projekttag begann mit dem Vorstellungsgespräch. Dazu hatte zuvor je ein „Bewerber“ aus jeder Klasse seine vollständigen Bewerbungsunterlagen für seinen Traumberuf eingereicht.

Ob Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, Beamtin im nicht-technischen Zolldienst, Bankkauffrau, Tiermedizinische Fachangestellte oder Verwaltungsfachangestellter, alle BewerberInnen waren gut über das jeweilige Berufsbild informiert. Sie konnten auf ihre Erfahrungen im Schülerbetriebspraktikum in Klasse 9 zurückgreifen und ihre Motivation gut vermitteln. Die Durchführung dieser fünf Vorstellungsgespräche war zeitintensiv und für die sehr interessierten SchülerInnen ausgesprochen informativ. So wurden wichtige Hinweise bezüglich geeigneter Formulierungen, Tipps zur Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch und Ausbildungsmöglichkeiten gegeben.

Im nachfolgenden Partnerinterview, bei dem jedem ein klassenfremder Schüler zugeordnet wurde, galt es innerhalb von 15 Minuten, wichtige berufsbezogene Informationen (z.B. Gründe für den Berufswunsch, erforderliche Soft-Skills, berufliche Ziele….) zu erfragen. Im Vordergrund dieser Übung stand die Kommunikationsfähigkeit. Dabei stellten einige Partner sehr schnell gemeinsame Freizeitinteressen wie Schützen und Kampfsportler fest. Während die Neigungen der Jungen überwiegend im Bereich Informatik angesiedelt waren, erwiesen sich die Mädchen in jedem angestrebten Berufsfeld als ausgesprochen zielstrebig. Die abschließenden Präsentationen vollzogen sich in sehr angenehmer Atmosphäre, wobei jeder jedem aufmerksam zuhörte.

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Dieses „Aufwärmprogramm“ war eine gute Voraussetzung für die sich anschließende Gruppendiskussion. Die TeilnehmerInnen sahen sich in der Rolle der Auszubildenden im 1. Ausbildungsjahr wieder. Sie hatten die Aufgabe für die Auszubildenden des 2. Jahres, die soeben ihre Zwischenprüfung erfolgreich abgeschlossen hatten, eine kleine Feier zu organisieren. Dabei mussten u.a. die Örtlichkeiten, das Programm und die Bewirtung im Rahmen des Budgets von 250 € geplant werden. Die Herangehensweise an diesen Arbeitsauftrag wurde zunächst strickt durchorganisiert und ließ vermuten, dass die TeilnehmerInnen schon vor dem gesetzten Zeitrahmen von 25 Minuten mit ihrer Planung fertig würden.

Durch Handzeichen erfolgte zunächst die Aufgabenverteilung, die einzelnen Diskussionspunkte wurden per Abstimmung entschieden, dabei musste der Punkt „Mottofindung“ gleich zweimal überarbeitet werden. Zunächst einigte man sich auf eine Kostümparty, das geht schließlich immer. Auf Nachfrage, wann denn Zwischenprüfungen in der Regel stattfänden, stellte sich heraus, dass kurz zuvor Karneval war. Einerseits ließen sich die Karnevalskostüme wiederverwenden, andererseits sollte die Feier doch etwas festlicher sein, so dass wohl das kleine Schwarze und der Anzug passender wären. Doch ein zweites Motto wurde schnell gefunden: „Die Hälfte ist geschafft!“. Stattfinden sollte das Ereignis in den Räumlichkeiten der Fa. Schaffrath medien. Zum Thema Bewirtung einigte man sich schnell auf Servierplatten mit Fingerfood im Kostenrahmen von ca. 30 €. Unbedingtes Muss war der Schokobrunnen. Als Leihgabe würden keine Kosten entstehen, das eingesparte Geld konnte man dann besser in die Schokolade investieren. Die Diskussion rund ums Essen führte dann schnell zur Anfangszeit. Der Empfang wurde auf 18.30 Uhr terminiert und sollte mit einer Begrüßungsrede beginnen, gefolgt von der Hauptfeier ab 19 Uhr. Angesichts der Tatsache, dass die Auszubildenden im 2. Jahr zwischen 18 und 20 Jahre sind, musste man auf Hochprozentiges verzichten. Somit war klar, dass Bier in einem Fass gekauft werden sollte. Schließlich hat man ja die Brauerei in der Nähe. Dazu noch Cola und Limo, das geht immer. Doch was ist eine Feier ohne Musik? Ein Teilnehmer wollte das erforderliche Equipment zur Verfügung stellen. Eine Tanzfläche wurde auch sehr schnell ausgeguckt. Damit blieb noch die Frage nach der Deko. In jedem Falle sollten es weiße Tischdecken sein, die man anschließend wegwerfen konnte. Das Ganze dann dekoriert mit weißen Vasen und blauen Blumen und abgerundet mit Luftballons. Die Feier sollte dann mit einer Abschlussrede zu einem erfolgreichen Ende gebracht werden. Auch diese Gruppendiskussion verlief in sehr angenehmer Gesprächsatmosphäre, bei der jeder Teilnehmer seine Ideen einbringen konnte.

Abschließend wurde den SchülerInnen die Intention einer solchen Übung erläutert, die in Abhängigkeit der zu besetzenden Position unterschiedliche Persönlichkeitstypen favorisiert.

Der nächste Programmpunkt war die, für ein Assessment-Center typische Postkorbübung. Hier ging es darum, innerhalb von nur 20 Minuten ein strammes Schulwochenprogramm durchzuplanen. Neben den Vorbereitungen auf Deutsch- und Mathearbeiten, Vokabeltests bzw. Überarbeitungen von Biologie-Heftern, mussten die Familienfeier bei Oma und die Geburtstagsfete des besten Freundes berücksichtigt werden. Auch der Sport sollte nicht zu kurz kommen. Dann waren da noch die familiären Verpflichtungen wie Rasenmähen, Autowaschen, auf die Geschwister aufpassen und Besorgungen machen. Da musste jeder Prioritäten setzen.

Die meisten TeilnehmerInnen gehörten zu den Langschläfern, die das Wochenende langsam angehen lassen wollten. In der Folge musste dann so manche Lern-Kompakteinheit am Samstag eingeschoben werden. Auch das abendliche Lernen erfreute sich großer Beliebtheit, wohl in der Hoffnung im Vokabeltest am folgenden Tag vom Kurzzeitgedächtnis profitieren zu können. Die morgendliche Busfahrt eignet sich übrigens hervorragend zum Lesen der Deutschlektüre.

Frühaufsteher hingegen konnten sich die Lerneinheiten in kleine Häppchen aufteilen, wobei auch aktive Lernpausen eingeplant wurden, in denen man den Rasen mähen konnte. Mit der Idee, am Samstagmorgen um 7 Uhr den Rasen zu mähen, wird man sich bestimmt nicht viele Freunde in der Nachbarschaft machen. Doch ob Lerche oder Nachtigall, alle SchülerInnen zeigten bei dieser Übung, dass sie in der Lage waren, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, Prioritäten zu setzen und waren sich darin einig: Freunde sind wichtiger als Kino oder Training!

Nach dem Motto „Bewegung macht müde“ planten einige TeilnehmerInnen ihre zu betreuenden kleinen Geschwister beim Einkaufen mitzunehmen. In diesen Fällen wird die Quengelzone vor der Kasse sicher zur großen Herausforderung! Andere wiederum griffen zur Universallösung, dem Fernseher, um die Ruhe zu einer weiteren Lerneinheit nutzen zu können.

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Den Abschluss bildete eine Einzelpräsentation. Die SchülerInnen hatten zu diesem Zweck einen Lieblingsgegenstand mitgebracht, der auf einer Messe vorgestellt werden sollte. Es galt einen passenden Werbeslogan und überzeugende Argumente zu finden mit dem mögliche Kunden zum Kauf animiert werden. Neben Halsketten und Uhren, wurden Hufeisen, Handy, Kopfhörer, ein Kartenspiel und ein Seifenspender-to-go angepriesen und mit viel Überzeugungskraft dargeboten.

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In der Feedback-Runde zum Ende dieses Projekttages waren sich alle SchülerInnen einig, dass sie nun wissen, was in einem Bewerbungsverfahren auf sie zukommt, was dort von ihnen erwartet wird und wie sie sich darauf vorbereiten können. Auch wenn einige TeilnehmerInnen nach dem Abschluss an der Realschule An der Fleuth zunächst eine weiterführende Schule besuchen werden, ein Bewerbungsverfahren wird auch auf sie irgendwann einmal zukommen. Insofern war dieser Tat eine gute Übung für den Ernstfall.

Susanne Schmidt

Mädchen können Technik?

Mädchen in Technik ist ein Projektangebot des Berufskollegs Geldern, dass im Rahmen der Initiative Zukunft durch Innovation (zdi) der Hochschule Rhein-Waal das Bewusstsein für MINT-Berufe und Fächer fördert. Wie in jedem Jahr, stellte die Realschule An der Fleuth mit 27 Schülerinnen wieder das Gros der Teilnehmerinnen.

Die Bezeichnung MINT steht für die Begriffe Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik, allesamt Berufsbereiche, die einerseits gute Verdienstmöglichkeiten und Aufstiegschancen ermöglichen, andererseits durch Fachkräftemangel gekennzeichnet sind. MINT-Berufe sind auch heute noch eine Männerdomäne.

Am 7. Februar hatten interessierte Mädchen der Realschule An der Fleuth die Möglichkeit einen praxisnahen und handlungsorientierten Einblick in typische MINT-Fächer zu nehmen.

In Kleingruppen aufgeteilt galt es insgesamt 6 Stationen zu durchlaufen. Im Chemieraum wurde, unter Anleitung der Fachkollegen Jens Hasenbein und Dr. Clemens Usadel, ein Lipgloss mit eigener Geschmacks- und Farbnote hergestellt. Die Schülerinnen hatten hier die Qual der Wahl, mussten sie sich doch zwischen Papaya-, Wildkirsch- oder Zitronenaroma und mit oder ohne Pigmentzugabe entscheiden.

Dass Kraft nicht nur etwas für muskelbepackte Männer ist, sondern viel mit Köpfchen zu tun hat, erfuhren die Mädchen bei der Einführung in die Hebelgesetze, deren kraftsparende Wirkung im Physikraum veranschaulicht wurde.

Im Elektrotechnikraum mussten die Teilnehmerinnen nach einer kurzen theoretischen Einführung durch den Kollegen Norbert Peters selbst Hand anlegen und eine Wechselschaltung installieren, wie sie in jedem Haushalt zu finden ist.

Handwerkliches Geschick war in der Metallwerkstatt gefragt, wo ein Schlüsselanhänger angefertigt und abschließend mittels Körner und Hammer mit eigenem Namen versehen wurde.

In der KFZ-Werkstatt vermittelte die Leibold-Tafel zunächst einen Überblick über die Beleuchtung an einem Auto. Dass auch der Beruf des KFZ-Mechatronikers in zunehmendem Maße durch Digitalisierung geprägt ist, erfuhren die Schülerinnen anschließend bei der computergestützten Fehlersuche.

Abgerundet wurde der Projekttag in der Holzwerkstatt. Hier lernten die Teilnehmerinnen zunächst die typischen Werkzeuge kennen, die dann unter Anleitung von Klaus Verhaßelt zur Herstellung eines Handyhalters zur Anwendung kamen. Mit dem Brennpeter konnten die Mädchen abschließend ihrer Kreativität freien Lauf lassen und den Halter mit individuellen Mustern und Namen versehen.

Das die Mädchen „Technik können“, stand für alle Beteiligten nach diesem abwechslungsreichen und interessanten Projekttag fest, der unter Umständen das Berufswahlspektrum erweitert hat.

Zunächst einmal werden die Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 in der Zeit vom 23. April bis zum 9. Mai 2018 die Möglichkeit haben sich mit den beruflichen Anforderungen und ihren eigenen Fähigkeiten, im Rahmen ihres Schülerbetriebspraktikums, auseinanderzusetzen.

Das Angebot in Klasse 10 einen Schnupper-Workshop am Berufskolleg in Geldern zu besuchen rundet dann die Berufsorientierung an der Realschule An der Fleuth ab und ermöglicht eine bewusste Entscheidung zum „Anschluss nach dem Abschluss“.

Susanne Schmidt