Übung macht den Meister……

….. haben sich 20 TeilnehmerInnen im Jahrgang 10 der Realschule An der Fleuth gedacht, als sie sich zum Projekt „Auswahlverfahren“ anmeldeten. Aufgrund des großen Interesses wurden am 07.02. und am 21.02. zwei Termine angeboten. Dieser Projekttag ist ein Angebot der Berufswahlorientierung im Rahmen der Lernpartnerschaft mit der Fa. Schaffrathmedien. Viele SchülerInnen möchten im Anschluss an den Abschluss eine Ausbildung beginnen und befinden sich in der Bewerbungsphase.
Wer auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, ist auf die Zielgerade eingebogen. Verständlich, dass man dann einen guten Eindruck machen möchte, schließlich bedeutet Bewerbung auch immer Werbung in eigener Sache. Doch wie bereitet man sich optimal auf ein Auswahlverfahren vor? Auf welche Fragen muss sich ein Bewerber in einem Vorstellungsgespräch einstellen? Eine gute Vorbereitung hilft in jedem Falle, die eigene Nervosität zu beherrschen und einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Im Konferenzraum der Fa. Schaffrathmedien stellten sich die Teilnehmerinnen unter der Leitung von Frau Schoofs (Personalabteilung) den Herausforderungen eines Vorstellungsgesprächs und typischen Assessment-Center Übungen.


Ob Medizinische Fachangestellte, Sozialversicherungsfachangestellte, Fachinformatiker, Industriekauffrau, Immobilienkauffrau, Bürokauffrau, Verwaltungsfachangestellter oder Gärtner im Bereich Gemüsebau, alle Teilnehmerinnen hatten sich über ihren Traumberuf gut informiert und konnten auf Erfahrungen aus dem Schülerbetriebspraktikum, ihrer Mitarbeit im elterlichen Betrieb oder den Inhalten des Politikunterrichtes zurückgreifen, so dass die Vorstellungsgespräche diese Bezeichnung auch verdienten und nicht zu einem Frage und Antwortspiel wurden. Die Bewerber zeigten sich sehr motiviert und wollten sich auch nicht durch Schicht- und Wochenenddienst von ihrem Traumberuf abbringen lassen.
Alle SchülerInnen erhielten individuelle Rückmeldungen durch Frau Schoofs und wichtige Tipps zur Anfertigung ihrer Bewerbungsunterlagen bzw. zur positiven Darstellung und Argumentation im Bewerbungsgespräch als auch zu anschließenden Fragen rund um die Aus- und Weiterbildung, die man gut vorbereiten kann.

Lediglich 15 Minuten umfasste der Zeitrahmen für das nachfolgende Partnerinterview, bei dem sich klassenfremde SchülerInnen gegenüber saßen und möglichst viele berufsbezogene Informationen (z.B. Gründe für den Berufswunsch, erforderliche Soft-Skills, berufliche Ziele….) erfragen mussten. Kommunikationsfähigkeit und Kontaktstärke waren bei dieser Übung die bestimmenden Soft-Skills.

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In der nachfolgenden Gruppendiskussion galt es am 7.02. den ersten Ausbildungstag der neuen Auszubildenden zu organisieren, um ihnen den Einstieg in das Unternehmen zu erleichtern und sie mit allen Mitarbeitern bekannt zu machen. Ein Diskussionsleiter kristallisierte sich schnell heraus. Auch wurde die Aufgabenverteilung bei der Dokumentation – diejenige mit der schönsten Schrift wurde umgehend für die Verschriftlichung der Ergebnisse ausgesucht – und Präsentation schnell festgelegt. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl, nahm die Diskussion erst langsam Fahrt auf. Auch zeigte sich, dass Arbeitsaufträge sorgfältig gelesen werden müssen, um zu einem befriedigenden Ergebnis zu gelangen. Nach diesen ersten Startschwierigkeiten zeigte sich, dass unterschiedliche Persönlichkeiten zielführend zusammenarbeiten können. Egal, ob es sich bei den TeilnehmerInnen eher um introvertierte, extrovertierte, planerisch denkende oder soziale Charaktere handelte, wurde jeder zu seiner Meinung befragt und angehört.


Bei der sich anschließenden Postkorbübung handelt es sich um eine typische Aufgabenstellung im Assessment-Center bei der, Stressresistenz, Lösungskompetenz, analytisches Denken, Konzentrationsfähigkeit und Entscheidungsfreude getestet werden. In nur 15 Minuten musste eine Schulwoche mit Vorbereitungen auf die Mathearbeit und den Vokabeltest, Übungseinheiten für die ZAPs, Arbeitstreffen und fristgerechte Anfertigung von Bewerbungsunterlagen mit privaten Pflichten und Vergnügungen koordiniert werden. Dabei ließen sich „Häppchen-Lerner“ von „Abendmarathon-Lernern“ unterscheiden. Doch unabhängig von den unterschiedlichen Prioritäten, um die ZAPs in diesem Jahrgang muss man sich keine Sorgen machen. Zu einem ehrlichen Feedback gehört jedoch auch, dass nicht jeder 15 Stunden in der Woche für das Lernen aufwenden würde.

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Den Abschluss bildete eine Einzelpräsentation. Die SchülerInnen hatten zu diesem Zweck einen Lieblingsgegenstand mitgebracht, der auf einer Messe vorgestellt werden sollte. Ein passender Werbeslogan und überzeugende Argumente mussten gefunden werden, um mögliche Kunden zu überzeugen. Kopfhörer, Ketten, Armbänder und Glücksbringer, Fußbälle und ein Trikot, sowie ein Boxhandschuh wurden unter viel Gelächter dargeboten.

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Die abschließende Feedback-Runde verdeutlichte, dass dieser Projekttag eine gute Übung zur Vorbereitung auf ein Bewerbungsverfahren ist, egal, ob man sich für das kommenden Ausbildungsjahr bewirbt oder zunächst eine weiterführende Schule besucht.

Susanne Schmidt

Einen runden Geburtstag…

….feierte die Lernpartnerschaft zwischen der Realschule An der Fleuth und L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG DruckMedien. Am 18. April 2008 wurde diese Kooperation im Forum der Realschule im Rahmen einer feierlichen Zeremonie unterzeichnet.

             

Die damalige Geschäftsführerin Frau Gisela Grunau wünschte sich durch diese Lernpartnerschaft einen frühzeitigen Kontakt zu potenziellen und motivierten Auszubildenden. „Gute Kandidaten für die Lehre zum Industriekaufmann/-frau oder für die Ausbildung zum Informatikkaufmann/-frau, zum Mediengestalter/-in, Drucker/-in oder Buchbinder/-in zu finden, ist immer noch problematisch.“ Auch wenn mittlerweile aus dem Drucker der Medientechnologe Druck und aus dem Buchbinder der Medientechnologe Druckverarbeitung geworden ist und anstelle des Industriekaufmanns zum Kaufmann/-frau für Büromanagement ausgebildet wird, bleibt die Suche nach geeigneten Auszubildenden immer noch stellenweise eine Herausforderung ist. Was liegt da näher, als im Rahmen verschiedener Projekte SchülerInnen für das Unternehmen zu interessieren.

Vom Zeitungsprojekt im Deutschunterricht in Klasse 8 in die Praxis im Rahmen einer Betriebsführung. Der eindrucksvolle Rundgang durch die Druckerei beginnt mit dem Bogenoffsetdruck, bei dem Magazine und Kataloge gedruckt werden. Dabei wird das Papier als Einzelbogen mittels eines Greifersystems durch die Maschine geführt.

In der nächsten Halle beeindruckt der Rollenoffsetdruck durch seine Massenproduktion. Hier werden Auflagen bis zu mehreren Millionen Exemplaren hergestellt. Das Papierlager mit seinen ca. 4.000 t Papierrollen, von denen eine Rolle 800 bis 1.500 kg wiegen kann, ist immer wieder ein Erlebnis.

Für die Berufsfelderkundungen in Klasse 8 wurden in diesem Jahr am 19.04.2018 Plätze für 8 SchülerInnen angeboten. Zusammen mit einigen Auszubildenden erhalten die TeilnehmerInnen einen praxisorientierten Einblick in die Tätigkeiten des Medientechnologen Druck. Dabei wurden sie vor die kniffelige Aufgabe gestellt, aus den zur Verfügung gestellten Grundfarben einen vorgegebenen Farbton mithilfe der Finger anzumischen. Diese Ergebnisse waren recht unterschiedlich, aber in jedem Falle bunt. Auch haben die interessierten SchülerInnen die Gelegenheit, Auszubildende auf Augenhöhe zu den Sonnen- und Schattenseiten des Berufs zu befragen.

Immer wieder nutzen SchülerInnen der Klasse 9, teilweise nach den ersten Erfahrungen aus der Berufsfelderkundung, die Möglichkeit ein Schülerbetriebspraktikum als Medientechnologe Druck zu absolvieren. Angeleitet durch Herrn Susen (Ausbilder) erhalten die TeilnehmerInnen Einblicke in die Anforderungen des 1. Ausbildungsjahres.

Im Fach Deutsch und Politik werden die SchülerInnen der Jahrgangsstufe 9 intensiv auf das Erstellen individueller Bewerbungsunterlagen vorbereitet. Doch wie wirken Anschreiben, Lebenslauf und die ASO-Noten auf dem Zeugnis auf ein Unternehmen? Zu diesem Punkt nimmt in jedem Jahr Frau Schoofs aus der Personalabteilung im Projekt „Bewerbung aus Sicht eines Unternehmens“ eindrucksvoll Stellung.
Nachdem die SchülerInnen in kleinen Gruppen „gefakte“ Bewerbungsunterlagen gesichtet und nach möglichen Fehlern und Ungereimtheiten untersucht haben, ist jedes Mal das Erstaunen groß, wie eine 4 in den ASO-Noten auf die Bewerberauswahl wirkt. Neben fehlerfreien Bewerbungsunterlagen, die die Berufswahl und die Motivation des Bewerbers überzeugend darlegen, sind es eben diese guten Bewertungen im Arbeits- und Sozialverhalten, die von Seiten der Personalabteilung vorausgesetzt werden. Für manche SchülerInnen ist diese Stunde ein Aha-Erlebnis.

Ebenfalls in Klasse 9 können je zwei SchülerInnen aus den Physikkursen die Möglichkeit beim Projekt „Farbenmischen“ einen praxisnahen Einblick in die Farbenlehre zu erleben. Ihre Eindrücke werden anschließend im Unterricht präsentiert.

Wenn es Anfang Klasse 10 für die SchülerInnen ernst wird, bildet das eintägige Projekt „Auswahlverfahren“ eine praxisorientierte Hilfe. Im Rahmen eines Assessment-Centers erhalten zwei SchülerInnen jeder 10er Klasse die Möglichkeit an einem Bewerbungsgespräch mit nachfolgendem Gruppenauswahlverfahren teilzunehmen. Die zahlreichen Tipps zu den Bewerbungsunterlagen und dem Auftreten, als auch die vielfältigen Aufgabenstellungen im Assessment-Center bieten eine gute Vorbereitung auf den Ernstfall und werden von den TeilnehmerInnen immer als Bereicherung empfunden.

Auch für den Informatikkurs in Klasse 10 findet sich ein interessantes Projekt. Vorbereitet und begleitet durch Herrn Hermsen (Projektmanagement, Organisation, Datenschutz), wird die vielfältige Art und Weise der Verarbeitung von Prozessdaten in einem Unternehmen aufgezeigt. Schwerpunktmäßig werden die produktionsnahen, geschlossenen Informations- und Prozessketten erklärt. Von der Echtzeit-Visualisierung, mit der man Abweichungen zum geplanten Ablauf erkennen und darauf reagieren kann, bis hin zur detaillierten Informationszusammenstellung für die Auftragsabrechnung und für das Controlling, werden die Prozessketten erläutert.

Susanne Schmidt

Genau mein Fall!

Das war zumindest die Meinung der TeilnehmerInnen am zweiten Projekt zum Thema „Der Polizeiberuf im Rahmen der inneren Sicherheit“. Im Verlauf einer 4-stündigen, intensiven Projektarbeit, erhielten 15 SchülerInnen der Jahrgangsstufe10 durch Polizeihauptkommissar R. Reusch von der Kreispolizei Kleve, nicht nur einen tieferen Einblick in die Aufgaben und Einsatzmöglichkeiten der Polizei, sondern bekamen durch handlungsorientierte Übungen eine Vorstellung von den Grundlagen zielführender Teamarbeit.

Zum Auftakt galt es Namensschilder für alle Mitschüler innerhalb von 2 Minuten anzufertigen. Dabei durfte jedoch niemand seinen eigenen Namen schreiben. Infolgedessen musste vorab die Materialverteilung (Klebeband, Edding) und die Zuordnung der Personen gut organisiert werden. Das geht nur im Team, erfordert eine klare Arbeitsteilung bei der eindeutige Absprachen getroffen werden müssen. Die benötigte Zeit von 3.17 Minuten war auf mangelnde Koordination zurückzuführen und stark verbesserungswürdig.

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Bei der folgenden Aufgabe musste ein Ball weitergegeben werden, wobei jedes Teammitglied nur einmal Ballkontakt haben durfte. Die vorsichtige Schätzung des Zeitrahmens von 1 Minute wurde mit den benötigten 12 Sekunden im ersten Durchgang deutlich unterboten, war aber noch steigerungsfähig. Eine wichtige Erkenntnis dieser einfachen Übung: Rahmenbedingungen dürfen verändert werden – probieren geht über studieren. Eine Anpassung an die jeweilige Situation ist oftmals erforderlich, will man gemeinsam ein Ziel erreichen. Im Alltag polizeilicher Arbeit ist Teamarbeit unabdingbar und muss immer wieder situationsspezifisch gestaltet sein. Alle SchülerInnen waren begeistert von ihrem Erfolg und stellten fest, dass Teamarbeit richtig Spaß machen kann. Doch Teamarbeit bedeutet auch, dass jeder Einzelne zugeben darf, dass er etwas nicht kann.

Absprachen treffen, ohne zu sprechen – wie soll das gehen? Alle TeilnehmerInnen mussten sich in alphabetischer Reihenfolge ihrer Nachnamen in einer Reihe aufstellen. Nicht reden dürfen, ist per se für viele SchülerInnen die Höchststrafe, aber zum Glück gibt es ja die Zeichensprache. Doch das Alphabet sollte man dabei schon beherrschen! Fazit dieser Übung: Verantwortlich bei der Bewältigung einer Teamaufgabe ist immer die gesamte Gruppe!

Im nachfolgenden Planspiel zur inneren Sicherheit, mussten die Aufgaben der Polizei und die ihr zur Verfügung stehenden Einsatzmittel herausgearbeitet werden, die erforderlich sind, um die Sicherheit einer mittleren Stadt von ca. 90.000 Einwohnern zu gewährleisten. Wo ist der optimale Standort einer Polizeiwache, wenn man die verkehrstechnischen Besonderheiten (z.B. Autobahnanbindung, Schnellstraßen…) und Problemviertel (Bereiche mit hohen Kriminalitätsraten, Drogenmilieus, Vergnügungs- und Universitätsviertel) berücksichtigen muss?

Der Zeitrahmen von 40 Minuten war für diese Teamaufgabe „sportlich“ knapp bemessen. Am Ende mussten alle Aufgaben erledigt sein und von allen TeilnehmerInnen präsentiert werden. Nach einer ersten Orientierung auf dem ausgelegten Stadtplan, mussten Entscheidungen abgewogen und getroffen werden.

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Die Mädchen, die in dieser Gruppe in der Unterzahl waren, zeichneten sich hier durch eine intensive Arbeit im Hintergrund aus, deren Ergebnis sie gut und begründet darlegen konnten. Auch wenn bei der abschließenden Präsentation sehr rasch deutlich wurde, wer bei der Gruppenarbeit aktiv mitgewirkt hatte, lieferten beide Gruppen sehr gute Ergebnisse.

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Herr Reusch erläuterte die unterschiedlichen Aufgaben und Befugnisse von Bundes- und Landespolizei, Zoll, Kripo, SEK und GSG 9 und die Besonderheiten des polizeilichen Alltags in einem Rechtsstaat. So gilt in Deutschland bei der Strafverfolgung immer der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, damit eine Situation nicht eskaliert. An erster Stelle steht dabei die Gefahrenabwehr, dann erst die Strafverfolgung, wobei der Einsatz der Dienstwaffe allerletztes Mittel ist. Im Polizeidienst werden keine Rambos gebraucht, sondern Personen mit sozialen Kompetenzen und einem hohen Maß an Teamfähigkeit.

Voraussetzung für die Einstellung in den Polizeidienst ist in Nordrhein-Westfalen das Abitur bzw. Fachabitur. Dabei stehen zunächst nicht die Schulnoten im Vordergrund, sondern das Ergebnis des 3-tägigen Einstellungstests, der hohe Anforderungen an die BewerberInnen stellt.

Die umfangreichen Arbeitsergebnisse und zahlreichen interessierten Fragen rund um den Polizeiberuf, ließen die 4 Stunden Projektarbeit im Fluge vergehen, so dass im nächsten Jahr für dieses Projekt ein größerer Zeitrahmen angesetzt werden sollte. Die zahlreichen Informationen, die Herr Reusch humorvoll und motivierend zu vermitteln wusste, haben viele TeilnehmerInnen in ihrem Wunsch bestärkt, sich zu einem späteren Zeitpunkt für die Aufnahme in den Polizeidienst zu bewerben.

Susanne Schmidt

Bildungsangebote der Berufskollegs

SchülerInnen der Jahrgangsstufe 10 und ihre Erziehungsberechtigten hatten am 8.11.2018 die Möglichkeit sich über die vielfältigen Bildungsangebote der Berufskollegs im Umkreis der Realschule An der Fleuth zu informieren

Um den SchülerInnen eine breiter angelegte Informationsmöglichkeit zu eröffnen, war die Veranstaltung im World-Cafe-Format organisiert worden. Dabei konnte jedes Berufskolleg im Rahmen von zwei aufeinanderfolgenden Vorträgen sein Angebot darlegen. Zunächst gaben die Referenten in der Mensa allgemeine Informationen zum jeweiligen Bildungsangebot ihres Berufskollegs.

Nachfolgend konnten dann in den Klassenräumen die verschiedenen Bildungsgänge im „kleineren Kreis“ ausführlich erläutert werden. Nach einer ca. 30-minütigen Präsentation blieb noch Zeit, weitere Fragen zu stellen und zusätzliches Informationsmaterial an die Hand zu bekommen, bevor die SchülerInnen zum zweiten Vortrag wechselten. Das Berufskolleg Uerdingen hatte sogar „Ehemalige“ mitgebracht, die den SchülerInnen für Rückfragen „auf Augenhöhe“ zur Verfügung standen und ihre Begeisterung gut zum Ausdruck brachten. Das umfangreiche Angebot des Berufskollegs Geldern und das große Interesse der SchülerInnen, machte eine Teilung der Gruppe in „Technik“ und „Wirtschaft“ erforderlich, um den zahlreichen Fragen Rechnung zu tragen.

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Der heutige Nachmittag hat dazu beigetragen, sich vorab über individuelle Anschlussmöglichkeiten zu informieren. Mithilfe der zu Schuljahresbeginn ausgeteilten Terminliste, in der Angaben zu Info-Veranstaltungen, Tagen der offenen Tür, Beratungs- und Anmeldeterminen an allen weiterführenden Schulen verzeichnet waren, sind gute Voraussetzungen gegeben, nach dem Abschluss der Realschule eine zielgerichtete Anschlussperspektive zu entwickeln.

Susanne Schmidt

Die Frage nach dem Anschluss

Nach dem Abschluss der Realschule An der Fleuth stellt sich bald für die SchülerInnen der Jahrgangsstufe 10. Diese Entscheidung will wohl überlegt sein, gilt es doch eine individuelle Anschlussperspektive zu entwickeln, die den eigenen Fähigkeiten Rechnung trägt und gute Aussichten auf einen attraktiven Ausbildungs- und Arbeitsplatz ermöglicht.

Eine gute Orientierungsmöglichkeit bietet in diesem Zusammenhang das in Kooperation mit dem Berufskolleg Geldern durchgeführte Projekt der „Schnupper-Workshops“, welches im Rahmen der Initiative „Zukunft durch Innovation“ (ZdI) der Hochschule Rhein-Waal ermöglicht wird.

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Technisch interessiert SchülerInnen konnten sich im Vorfeld für die Bereiche Metall-, Holz-, Elektro- und KFZ-Technik anmelden und einen praxisorientierten Schultag im Berufskolleg erleben, der Inhalte des ersten Ausbildungsjahres thematisierte.

32 SchülerInnen ergriffen in diesem Jahr die Chance einer handlungsorientierten Berufsorientierung der besonderen Art. Ähnlich wie bei dem Projekt „Mädchen in Technik“ in Klasse 9, das ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg angeboten wird, hatten sich auch hier viele Mädchen angemeldet. Nach einer kurzen Begrüßung hieß es „Zupacken statt Zuschauen“.

Welche Anforderungen an einen zukünftigen KFZ-Mechatroniker gestellt werden, davon konnten sich die TeilnehmerInnen in der KFZ-Werkstatt einen Eindruck verschaffen. Neben der Prüfung der Bremswirkung und dem Reifenwechsel, wurde auch ein Motor in seine Einzelteile zerlegt.

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Die TeilnehmerInnen, die sich für den Workshop „Elektrotechnik“ entschieden hatten, erhielten zunächst eine kurze Einführung in die theoretischen Grundlagen. Anschließend musste mit Schraubendreher und Klemmen eine Wechselschaltung installiert werden, wie sie in jedem Haushalt zu finden ist. Physikalisches Verständnis, logisches Denken und Fingerfertigkeit waren hier wichtige Voraussetzungen.

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In der Metalltechnik galt es zunächst, sich mit dem typischen Werkzeug wie Feile, Körner etc. vertraut zu machen, bevor dann Schritt für Schritt ein Flugzeugständer hergestellt werden konnte. Hier waren Geduld und Sorgfalt gefragt.

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Der Werkstoffholz bietet vielfältige Möglichkeiten der kreativen Bearbeitung. Dies konnten die TeilnehmerInnen im Bereich Holztechnik unter Beweis stellen. Ein angefertigtes Frühstücksbrettchen musste zunächst sorgfältig geschliffen werden. Mithilfe des Brennpeters erhielten die Arbeiten eine individuelle Note, sei es durch den eigenen Namen, einer Widmung oder einem Bildchen.

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Alle Beteiligten schienen sichtlich Spaß an diesem Praxistag gehabt zu haben. Der ein oder andere Workshopteilnehmer hatte am Ende des Projektes nicht nur ein individuelles Weihnachtsgeschenk im Gepäck, sondern war auch auf dem Weg zu seinem Traumberuf weitergekommen. In diesem Sinne ist das Projekt „Schupper-Workshops am Berufskolleg“ mittlerweile ein fester Bestandteil des Berufswahlkonzeptes der Realschule An der Fleuth.

Susanne Schmidt

Berufsorientierung auf Augenhöhe

Was kommt nach dem Abschluss? Vor dieser Frage stehen die derzeit 166 SchülerInnen der Jahrgangsstufe 10 an der Realschule An der Fleuth. Eine weiterführende Schule besuchen in der Erwartung, durch einen höheren Schulabschluss seine Chancen auf dem Ausbildungsmarkt zu erhöhen oder einfach nur die eigentliche Entscheidung zur Berufswahl lieber noch ein wenig aufschieben? Oder besser eine duale Ausbildung anstreben und die vielfältigen Möglichkeiten einer anschließenden Weiterqualifizierung nutzen, um vielleicht auch den Meister zu machen und einen eigenen Betrieb zu gründen?

Um die SchülerInnen bei der Entscheidung zur Berufswahl zu unterstützen und „Lust auf Ausbildung“ zu machen, waren am 11.10.2018 die Ausbildungsbotschafter der IHK in der Realschule An der Fleuth erneut zu Gast.

Die Koordinatorin des IHK Projektes, Frau Münzberger, wurde von 10 Ausbildungs-botschafter des zweiten bzw. dritten Lehrjahres aus Unternehmen der Region begleitet.

Die jungen Azubis berichteten – auf Augenhöhe mit den SchülerInnen – über ihre Ausbildung, den Berufsalltag und mögliche Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Um möglichst vielen SchülerInnen das breite Angebot zugänglich zu machen, erfolgte die Organisation dieser Veranstaltung im World-Cafe-Format, das zwei Vortragsrunden vorsah. Im Vorfeld mussten sich alle SchülerInnen für zwei Vorträge entscheiden. Keine leichte Wahl, denn das Angebot umfasste sehr unterschiedliche Ausbildungsberufe.

Nach dem ersten ca. 30-minütigen Vortrag blieb noch genug Zeit, die zum Nachfragen genutzt werden konnte. Dann wurde zur nächsten Präsentation gewechselt. Alle Ausbildungsbotschafter vermochten es, die SchülerInnen mit ihren engagierten Vorträgen zu begeistern. Wobei neben den geschilderten Sonnen- und Schattenseiten des jeweiligen Berufes, für die SchülerInnen auch die individuellen Zugänge zur Ausbildung interessant waren. Seine Berufung zu finden, ist nicht immer ein geradliniger Weg, sondern oft das Resultat eines Entwicklungsprozesses.

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Bei manchen SchülerInnen wird sich nach dieser Veranstaltung das Interesse an einer bestimmten Ausbildung noch verstärkt haben, während andere unter Umständen eine alternative Ausbildungsperspektive gefunden haben. Welche Erkenntnisse die SchülerInnen auch gewonnen haben, die Initiative „Ausbildungsbotschafter“ wirkt mit Sicherheit nachhaltig und unterstützt das Konzept der Berufsorientierung an der Realschule An der Fleuth.

Susanne Schmidt

Polizeibeamter – ein Traumberuf?

Fragt man Jugendliche nach ihrem Traumberuf, so rangiert der des Polizeibeamten an oberster Stelle. Viele verbinden mit diesem Berufsbild das spannungsgeladene Vorgehen und den damit verbundenen Nervenkitzel aus bekannten Kriminalserien. Nachdem die SchülerInnen der Jahrgangsstufe 10 nun bald vor ihrem Abschluss stehen und sich die Frage nach dem zielgerichteten Anschluss stellt, war es höchste Zeit ein realitätsnahes Bild zu gewinnen.

Als Fachmann vor Ort war am 20.09.2018 Polizeikommissar R. Reusch an der Realschule An der Fleuth im Einsatz. Im Verlauf des Planspiels zur Aufgabe der Polizei im Rahmen der inneren Sicherheit hatten 14 SchülerInnen der Jahrgangsstufe 10 die Möglichkeit sich über die Anforderungen und Aufgaben im Polizeidienst zu informieren.

Wie wichtig Sozialkompetenzen und Teamarbeit bei der Polizei sind, erfuhren die SchülerInnen gleich zu Beginn des Projektes. Innerhalb eines selbst bestimmten Zeitrahmens musste für jedes Gruppenmitglied ein Namensschild angefertigt werden, doch niemand durfte seinen eigenen Namen schreiben. Nach der ersten Aufgabe stand fest, dass am Zeitmanagement noch gearbeitet werden muss. Bei der nachfolgenden Ballweitergabe innerhalb der Gruppe, wobei jeder Teilnehmer nur einmal den Ball berühren durfte, machten die SchülerInnen eine, für den Polizisten im Einsatz wichtige Erfahrung: schnell handeln, aber nicht hektisch werden. Gleichzeitig Ideen entwickeln, die der Situation angepasst sind und aus Fehlern lernen. Aus diesem Grund ist Fortbildung ein wichtiger Bestandteil des Polizeiberufes.

Im folgenden Planspiel galt es, die Sicherheit einer mittleren Stadt von ca. 90.000 Einwohnern zu gewährleisten. Dazu musste überlegt werden, welche Aufgaben die Polizei hat und mit welchen Einsatzmitteln sie ihrer Tätigkeit nachkommen kann. Zudem musste der optimale Standort einer Polizeiwache ermittelt werden.

Dabei galt es die Besonderheiten einer Stadt (z.B. Autobahnanbindung, Problemviertel, Bereiche mit hohen Kriminalitätsraten, Drogenmilieus, Vergnügungsviertel….) zu berücksichtigen. Keine leichte Aufgabe, zumal die Gruppen nur 40 Minuten Zeit hatte Ideen zu entwickeln und sie abschließend zu präsentieren. Da waren Teamwork, Ideenreichtum und Zeitmanagement gefragt.

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Die Überlegungen zu den Aufgaben der Polizei und ihrer Vorgehensweise bei einem Einsatz, waren geprägt durch die Terroranschläge der vergangenen Jahre, die Vorfälle auf dem G20-Gipfel in Hamburg und die Ereignisse in Chemnitz. Der Schutz der Zivilbevölkerung in Bedrohungssituationen, die Überwachung zur Einhaltung von Gesetzen im Kleinen wie im Großen, aber auch die Prävention vor Straftaten und die Ahndung bei Gesetzesübertretungen kennzeichnen die vielfältigen Aufgaben der Polizei. Dabei ist der Einsatz der Dienstwaffe nur das allerletzte Mittel. Auch gilt der Grundsatz: Gefahrenabwehr vor Strafverfolgung.

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Die Möglichkeiten der Strafverfolgung wurden anhand eines alltäglichen Beispiels zum Ladendiebstahl gedanklich durchgespielt. Hier wurde deutlich, dass der gesetzliche Spielraum und der Datenschutz eindeutige Vorgaben machen über die sich auch die Polizei nicht hinwegsetzen kann.

Doch wie kommt man nun zu seinem Traumberuf bei der Polizei? Voraussetzung in Nordrhein-Westfalen ist das Abitur. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um ein Vollabitur oder ein Fachabitur handelt. Letzteres sollte im sozialen Bereich absolviert werden, da gute Sozialkompetenzen im Umgang mit teilweise schwierigen Menschen und ein hohes Maß an Teamfähigkeit von den Bewerbern erwartet wird. Bewerber durchlaufen ein 3-tägiges Einstellungsverfahren, bei dem Deutschkenntnisse, logisches Denken, Merkfähigkeit und Ausdrucksfähigkeit im Rahmen von Präsentationen überprüft werden. Während Letztere immer wieder während des Unterrichts trainiert werden, hatten doch viele TeilnehmerInnen Sorgen bei ihren Deutschkenntnissen. Kommasetzung, Groß- und Kleinschreibung, auch diese Aspekte werden getestet. Doch auch hier mussten die SchülerInnen zugeben, dass dies eine Sache der Übung, des Willen, seine Defizite zu beheben und der Bereitschaft zu lebenslangem Lernen ist. Diese Arbeitseinstellung ist unabdingbar für eine erfolgreiche Ausbildung zum Polizeibeamten.

Nach einem 3-jährigen Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung mit Theorie (polizei- und kriminalwissenschaftliche Inhalte und verschiedene Rechtsfächer), Training in Ausbildungsstätten (z.B. Tatortspuren suchen und sichern, Verkehrsunfälle aufnehmen, Fahr- und Sicherheitstraining, Schießausbildung) und Praxis in den Polizeibehörden, folgen Ersterfahrungen im Streifendienst. Die angehenden PolizistInnen werden auf den Berufsalltag intensiv vorbereitet und erhalten zahlreiche Hilfestellungen. Dabei muss die „Freizeit“ zum Lernen im Selbststudium genutzt werden. Die Durchfallquote bei der abschließenden Prüfung liegt bei 10 bis 15 %.

Angesichts des hohen Interesses und der zahlreichen Fragen, die von Herrn Reusch ausführlich und sehr anschaulich beantwortet wurden, gestalteten sich die 4 Stunden ausgesprochen kurzweilig. Am Ende waren sich alle TeilnehmerInnen darin einig dass dieses Planspiel, zur inneren Sicherheit und die Rolle der Polizei, ausgesprochen informativ war und den Wunsch Polizeibeamter zu werden, verstärkt hat. Zum Erfolg dieser Veranstaltung hat Herr Reusch durch seine humorvolle und begeisternde Art maßgeblich beigetragen.

Wie groß das Interesse am Polizeiberuf ist, zeigt sich darin, dass am 15.11.2018 eine weitere Gruppe der Jahrgangsstufe 10 die Möglichkeit zu diesem Planspiel erhalten wird.

Susanne Schmidt

Berufsorientierung im Praxistest

Der derzeitige Jahrgang der Klasse 9 ist der erste, der im Rahmen des NRW-Projektes KAoA – Kein Anschluss ohne Abschluss – die Standardelemente Potenzialanlayse und Berufsfelderkundungen in Klasse 8 durchlaufen und nun das Schülerbetriebspraktikum absolviert hat.

Sechs Klassen mit insgesamt  161 SchülerInnen haben nach intensiver Vorbereitung, in der Zeit vom 23. April bis 9. Mai 2018, die betriebliche Wirklichkeit und die Anforderungen der Berufswelt mit ihren eigenen Vorstellungen vom Traumberuf und ihren Fähigkeiten vergleichen können.

Die Ergebnisse wurden in einer umfangreichen Praktikumsmappe zusammengefasst und reflektiert.

Bei vielen SchülerInnen fiel diese Bilanz positiv aus, manchen PraktikantInnen wurde sogar ein Ausbildungsplatz nach dem Abschluss der Realschule An der Fleuth im Sommer 2019 in Aussicht gestellt. Wieder andere müssen sich anderweitig orientieren, einen Plan B erproben, hier empfiehlt sich ein freiwilliges Praktikum in den Ferien. Auch unter diesem Aspekt wird die Bedeutung des Schülerbetriebspraktikums deutlich: Es ist die einzige Möglichkeit im Verlauf der Schulzeit über einen längeren Zeitraum einen intensiven realistischen Einblick in einen ausgewählten Beruf zu erhalten.

Die Erkenntnisse zu den Sonnen- und Schattenseiten des jeweiligen Berufs wurden in Form einer kleinen Ausstellung dokumentiert. Die angefertigten Plakate sollen den diesjährigen Achtklässlern, die im April ihre Berufsfelderkundungen absolviert haben, helfen eine gut durchdachte  Entscheidung für ihr Praktikum in kommenden Jahr zu treffen.

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Die Möglichkeit durch unsere Berufsberaterinnen eine zusätzlich angebotene Beratung in Anspruch zu nehmen soll den SchülerInnen eine weitere Unterstützung bieten. Von diesem Angebot haben 61 SchülerInnen Gebrauch gemacht.

Um eine koordinierte Übergangsgestaltung zu ermöglichen, werden die SchülerInnen der Jahrgangsstufe 9 im Rahmen eines Beratungsgespräches, alle bis dahin vorliegenden Erkenntnisse aus der Berufsorientierung reflektieren. Um eine realistische Anschlussperspektive zu entwickeln, ist es wichtig, konkrete weiterführende Schritte zu überlegen. Das Ergebnis dieser individuellen Beratung wird in der Anschlussvereinbarung dokumentiert.

Mit vielfältigen Angeboten der Berufsorientierung unterstützt die Realschule An der Fleuth ihre SchülerInnen bei der Entwicklung einer zielgerichteten Berufsperspektive.

 

Susanne Schmidt

Lebenspraktisches Training der besonderen Art

Und was kommt nach der Schule? – Lebenspraktisches Training der besonderen Art

Bei zurzeit 350 Ausbildungsberufen wird die Wahl des Traumberufs oftmals zur Qual. Um diese wichtige Entscheidung noch ein wenig hinauszuschieben, wählen manche SchülerInnen lieber den Besuch einer weiterführenden Schule. Die zahlreichen Möglichkeiten sich nach einer dualen Ausbildung weiterzuqualifizieren und in Führungspostionen aufzusteigen bzw. in die Selbstständigkeit einzusteigen, sind leider viel zu selten bekannt.

Um dem entgegenzuwirken, wurden die Ausbildungsbotschafter der IHK vom Schul- und Kursleiter, Herrn Schönherr in den WPU-Kurs „Lebenspraktisches Training“ der Jahrgangsstufe 10 eingeladen.

Nach einer kurzen Einführung durch die Koordinatorin dieses IHK-Projektes, Frau Münzberger, präsentierten drei Auszubildende ihre persönlichen Erfahrungen in ihrer Ausbildung und ihrem Beruf als Einzelhandelskauffrau im Rahmen des Abiturientenprogramms bei Kaufland und Bankkauffrau bei der Volksbank an der Niers. Die sehr lebhaften Power-Point-Präsentationen, verdeutlichten sehr authentisch, dass man eine Ausbildung nicht immer so einfach „wuppen“ kann, sondern dass der Arbeitsalltag viel Einsatz erfordert. Da kommt es auch vor, dass man als Einzelhandelskauffrau morgens um 3 Uhr aufstehen muss, damit die Kunden zur Öffnungszeit auch ein ordentlich dargebotenes, vollständiges Warenangebot präsentiert bekommen. Zu den Schattenseiten gehört ferner, dass man auch am Samstag und zu Zeiten während andere feiern, arbeiten muss. Die Tätigkeiten sind körperlich anstrengend und beinhalten auch stupides Palettenpacken und putzen. Dafür ist immer wieder Action. Einer für alle und alle für einen, so kann man wohl das Engagement bei Kaufland umschreiben. Auch wenn jeder Mitarbeiter und Azubi für seinen Bereich zuständig ist, versteht es sich von selbst, dass jeder aushilft, wenn Hilfe z.B. beim Einräumen der Waren in anderen Abteilungen erforderlich ist.

Dass den angehenden Bankkauffrauen nicht nur das „Verkaufen“ ihrer Finanzprodukte wichtig ist, sondern vielmehr die individuelle Situation eines jeden Bankkunden im Vordergrund steht. Der Wunsch, durch diese Beratung bei der Umsetzung persönlicher Träume zu helfen, wurde in den Vorträgen deutlich. Um in der Kundenberatung die erforderliche Vertrauensbasis aufzubauen, müssen Auszubildende kontaktfreudig sein, respektvoll im Umgang mit andern, sehr zuverlässig und sorgfältig in ihrer Arbeitsweise.

Bei beiden Ausbildungsberufen steht Teamwork im Mittelpunkt. So wird schon während der Ausbildung im Rahmen von gemeinsamen Events, der Zusammenhalt gefördert.

Der geringe Altersunterschied zwischen den SchülerInnen und den Auszubildenden ermöglichte eine Gesprächsatmosphäre auf Augenhöhe, in der es leichter fiel, Fragen zu stellen, bei denen auch über die Verdienstmöglichkeiten gesprochen wurde. Neben den fachlichen Aspekten der Ausbildung waren aber auch die individuellen Geschichten, wie die Auszubilden zu ihrem Beruf gekommen sind, für die SchülerInnen interessant. Manches Mal muss man Umwege gehen, um zu seinem persönlichen Traumberuf zu kommen. Doch wer ein Ziel vor Augen hat, der wird auch die anstrengenden Momente in Ausbildung und Beruf stemmen.

Der sehr kurzweilige Nachmittag hat nach Ansicht aller Beteiligten dazu beigetragen, die SchülerInnen für die Chancen und Möglichkeiten einer dualen Ausbildung zu begeistern und deren Berufsorientierungsprozess zu unterstützen. Angesichts dieser positiven Erfahrung werden Ausbildungsbotschafter zukünftig zu Beginn der Jahrgangstufe 10 in die Realschule An der Fleuth eingeladen und in das bestehende Berufswahlkonzept als fester Bestandteil aufgenommen.

Susanne Schmidt